Varia
... von Ihren Experten für eigentlich eh fast alles.
Tödliche Falle am neuen Radweg
Der neu gebaute Radweg über die Augartenbrücke hat eine hochgefährliche Kreuzungssituation geschaffen.
Dort, wo die Maria-Theresienstraße den Franz-Josefs-Kai zur Augartenbrücke hin kreuzt, können rechtsabbiegende Autofahrer nicht erkennen, dass Radfahrer noch Grün haben. Besonders brisant: Dort biegen häufig Busse und Schwerfahrzeuge ab.
Unfassbar, dass diese Ampelanlage so überhaupt geplant und in Betrieb genommen wurde. Aber es geht noch schlimmer: Trotz Hinweisen, dass es hier laufend zu Missverständnissen und brandgefährlichen Beinaheunfällen kommt, ignoriert die Wiener Stadtverwaltung diese Gefahrenstelle hartnäckig.
Eröffnet wurde dieser Radweg meiner Erinnerung nach im September 2025. Kurz darauf kollidierte ich fast beim Überqueren des Franz-Josefs-Kai mit einem Kleinbus. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, musste ich feststellen, dass den Fahrer fast keine Schuld traf: Er hatte sich auf die Fußgängerampel verlassen – die einzige, die er von seiner Position aus sehen konnte. Und die zeigte Rot. Dass zu dem Zeitpunkt die parallel verlaufende Radfahrerampel noch nicht einmal grün blinkt, ist für ortsunkundige Lenker kaum ersichtlich. Selbst die Polizei ist damit überfordert und verfolgt vermeintlich bei Rot querende Radler mit Blaulicht – so ein Melder auf »Sag’s Wien«.
Kurze Zeit später kam mir dann ein großer Omnibus in die Quere und ich musste ansehen, wie eine Radfahrerin von einem LKW beinahe überrollt wurde. Das war der Zeitpunkt, an dem ich zur »Sag’s Wien«-App griff und eine Meldung absetzte. Doch Überraschung! Es gab bereits eine Meldung zu dieser Ampelanlage. »Gerade eben wurde ich fast wieder niedergefahren.« »Heute morgen ist die Polizei einer Radfahrerin mit Blaulicht nachgefahren, weil sie (die Polizei) die grüne Radampel auch nicht gesehen hat.« (Meldungen auf Sag’s Wien im Wortlaut) Und diese wurde von der Stadt wie folgt beantwortet:
Wir dürfen Ihnen nach Rücksprache mit der zuständigen Organisationseinheit der MA 46 mitteilen, dass die Sichtbeziehungen und die Sichtweiten bei angepassten Geschwindigkeiten ausreichend vorhanden sind, um querende Fußgänger sowie Radfahrer frühzeitig und sehr gut wahrnehmen zu können. Bei gebotener Sorgfalt sämtlicher Verkehrsteilnehmer kann der Franz-Josefs-Kai gefahrenfrei gequert werden. Eine Abänderung der Verkehrssituation ist derzeit nicht vorgesehen.
Unfassbar – muss wirklich erst ein Radfahrer zerquetscht unter einem LKW liegen, damit die zuständige Fachabteilung aufwacht und eine so offensichtliche Gefahrenstelle entschärft?
Quellen:
Sag’s Wien, Die App für Ihre Anliegen an die Stadt. Leider sind die Meldungen seitens der Betreiber der Meldeplattform so angelegt, dass sie nicht nicht teilbar sind! Ich veröffentliche die URLs trotzdem zur besseren Nachvollziehbarkeit.
Meldung 1 https://sags.wien/meldung/78C7B32C-05ED-258F-CF92-000005081857
Meldung 2 https://sags.wien/meldung/BD41373B-38AF-552B-55F6-000005954200
Erratum: In einer früheren Version waren Salztor und Augartenbrücke verwechselt.
Weitere Artikel aus der
Kategorie Mobilität
Section Control auf der Mahü
Blaue Punkte entlarven die Raser – justament ein Polizeibus rumpelt als erstes in die Falle. Wirklich regelkonform verhalten sich nur die Fußgänger. Das wirft Fragen auf.
Zwischen Gefühl und Fakten
Auf der Mariahilfer Straße steht wieder eine Grundsatzfrage im Raum: Soll Radfahren in der Fußgängerzone erlaubt bleiben – oder ist das Risiko für Zufußgehende zu hoch?
Schrittgeschwindigkeit: Schutz oder Schikane?
Darüber, wie schnell in Wohnstraßen und Fußgängerzonen gefahren werden darf, lässt sich trefflich streiten. Für die einen sind es gerade einmal 3–5 km/h, andere sehen bis zu 15 km/h noch als Schrittgeschwindigkeit an. Doch was meinen unabhängige Gerichte und Experten und welche Bedeutung hat die korrekte Auslegung im Alltag überhaupt?
Radausflug rund um die Mahü
Für das Wiener Radverkehrsnetz ist die Mariahilfer Straße eine wichtige Verbindung. Wir erkunden einige vorgeschlagene Ergänzungsrouten, bewerten deren Alltagstauglichkeit und zeigen, welche Potenziale für künftige Verbesserungen bestehen. Am Ende besuchen wir gestalterische Highlights in Mariahilf.