Varia

... von Ihren Experten für eigentlich eh fast alles.


Ampel am Franz-Josefs-Kai: Noch immer keine Reaktion

Trotz mehrfacher Hinweise besteht die gefährliche Kreuzung am Franz-Josefs-Kai noch immer.

Dies ist ein Followup zu »Tödliche Falle am neuen Radweg«. Was gibt es Neues? Leider nichts Erfreuliches.

Am 19. März – dem Tag meines Berichts – wandte ich mich zusätzlich per E-Mail direkt an die zuständige MA 33. Die Antwort kam prompt:

Sehr geehrter Herr Lantschner, vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir haben die von Ihnen gemeldeten Probleme der Schaltung mit der Ticket-Nummer 157790 aufgenommen und an den Ombudsmann weitergegeben.

Lichttelefon-Team, MA 33 – Wien Leuchtet (19.3.2026)

Das ist nun 19 Tage her. Seither: Stille. Kein Folgeanruf, keine Rückmeldung, keine Änderung an der Kreuzung. Dabei ist die erste Meldung auf »Sag’s Wien« schon vom 17. März 2026 – und auch darauf antwortete die Stadt, wie berichtet, mit einem lapidaren »Kein Handlungsbedarf«.

Warten auf das Ghostbike …

Tagtäglich sieht man, wie gefährlich die Situation nach wie vor ist. Hier ein Beispiel von vor wenigen Tagen. Ich stand vielleicht eine Minute auf der Kreuzung – und schon passierte es: Ein weißer Kastenwagen biegt rechts ab – der parallel fahrende Radler musste trotz Grün eine Vollbremsung einlegen, um nicht erfasst zu werden.

Tagtäglicher Beinaheunfall – trotz Grün muss der Radafahrer eine Vollbremsung einlegen – der weiße Kastenwagen biegt ab, ohne die Radampel zu beachten. Kein Wunder, er kann sie ja nicht mehr sehen und die rote Fußgängerampel verleitet ihn zur Annahmen, die Radspur hätten auch schon Rot.

Dabei wäre die Lösung denkbar einfach: Am gegenüberliegenden Gehsteig befindet sich bereits ein Mast der Ampelanlage. Dort müsste lediglich ein, für die aus der Theresienstraße einbiegenden Fahrzeuglenker sichtbares, Lichtsignal montiert werden – die Kabel liegen ja schon. Die Fotomontage zeigt, wie das aussehen könnte:

Die Lösung: Am bestehenden Mast am gegenüberliegenden Gehsteig könnte ein zusätzliches Lichtsignal angebracht werden – ein minimaler Eingriff mit maximaler Wirkung.

Offene Fragen

  • Warum wurde diese offensichtlich gefährlich Anlage so geplant und abgenommen?
  • Warum wird sie – trotz mehrfacher Hinweise aus der Bevölkerung! – nicht sofort gesichert?
  • Muss erst ein Ghostbike dort stehen?
  • Woher kommt diese Gleichgültigkeit?
  • Es geht dabei nicht »nur« um die Radfahrer. Auch für Autofahrer ist eine solche irreführende Verkehrssituation unangenehm – selbst wenn sie körperlich nicht unmittelbar gefährdet sind. Kommt es dann zu einem Unfall, ist das für alle Beteiligten mehr als nur blöd. Kein Autofahrer möchte sich vor Gericht verantworten oder sich sein Leben lang Vorwürfe machen müssen, nur weil er zufällig der Erste war, dem ein Radfahrer an dieser Stelle unter die Räder kam. Nach dem ersten schweren Unfall wird die Stelle ohnehin entschärft – warum also nicht gleich?

Weitere Artikel aus der
Kategorie Mobilität

Tödliche Falle am neuen Radweg
Der neu gebaute Radweg über die Augartenbrücke hat eine hochgefährliche Kreuzungssituation geschaffen.

Section Control auf der Mahü
Blaue Punkte entlarven die Raser – justament ein Polizeibus rumpelt als erstes in die Falle. Wirklich regelkonform verhalten sich nur die Fußgänger. Das wirft Fragen auf.

Zwischen Gefühl und Fakten
Auf der Mariahilfer Straße steht wieder eine Grundsatzfrage im Raum: Soll Radfahren in der Fußgängerzone erlaubt bleiben – oder ist das Risiko für Zufußgehende zu hoch?

Schritt­ge­schwin­digkeit: Schutz oder Schikane?
Darüber, wie schnell in Wohnstraßen und Fußgängerzonen gefahren werden darf, lässt sich trefflich streiten. Für die einen sind es gerade einmal 3–5 km/h, andere sehen bis zu 15 km/h noch als Schritt­ge­schwin­digkeit an. Doch was meinen unabhängige Gerichte und Experten und welche Bedeutung hat die korrekte Auslegung im Alltag überhaupt?