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Brennwertmaximierung bei Ofenholz

Mit selbst vorgetrocknetem Holz Heizmaterial sparen.

Brennholz am Ofen trocknen reduziert die Feuchtigkeit im Holz. Gleichzeitig wird so die Raumluft befeuchtet. Brennholzstapel auf einem Schwedenofen - dazwischen eine Betonplatte.

Wenn ich Brennholz geliefert bekomme, so hat dieses um die 20% Restfeuchte. Das ist nicht schlecht und damit lässt sich problemlos heizen aber natürlich verbraucht die Verdunstung des restlichen Wassers in der Brennkammer Wärme, die der Ofen dann nicht mehr an den zu beheizenden Raum abgeben kann.

Schoene Alte Welt Diesen Trick habe ich dem Buch Schöne alte Welt: Ein praktischer Leitfaden für das Leben auf dem Lande“ von Tom Hodgkinson, dem „Prophet aller Faulenzer“ entnommen. Die Alternative wäre sogenanntes „kammergetrocknetes“ Holz mit einer Restfeuchte unter 15%. Doch dieses ist teuer, muss mit hohem energetischen Aufwand getrocknet werden und die Transportwege sind auch nicht gerade die kürzesten. Mit minimalem Aufwand, lässt sich jedoch die Feuchtigkeit aus dem Holz in die Raumluft bringen, wo sie wohltuend und zusätzlich energiesparend wirkt, weil eine feuchte Raumluft wird bei gleicher Lufttemperatur von uns als wärmer empfunden als eine trocknen.

Wie geht das?

Die Vorgangsweise ist denkbar einfach: Das Holz wird vor dem Verbrennen einige Stunden bis Tage auf den Ofen gelegt. Durch die Hitze verdunstet das Wasser. Um zu verhindern, dass die heiße Ofenoberfläche die Scheiter ansengt - was nicht ganz ungefährlich ist - lege ich eine massive Gehwegplatte aus Beton dazwischen. Diese wirkt zusätzlich als Wärmespeicher.

Wunder sollte mensch sich davon aber bitte nicht erwarten. Ein frisch geschlagenes Holz mit über 30% Restfeuchte wird sich so nicht vernünftig trocknen lassen. Ich habe solche Experimente schon hinter mir und feststellen müssen, dass die Feuchtigkeit im Kern sich auch nach mehreren Tagen am Ofen nicht verändert.


Exkurs: Holzfeuchte messen

IMG 4688 Ein kleines, handliches Feuchtemessgerät leistet mir seit Jahren gute Dienste. Zum einen für die Bewertung von Wasserschäden in Wohnungen aber auch für die von Brennholz. Die Vorgangsweise ist wie folgt:

  1. Holzscheit mit der Axt möglichst mittig spalten
  2. Feuchtigkeitsmessgerät an mehreren Stellen der frischen Spaltfläche, jeweils längs und quer zur Maserung, ansetzen und so einen Durchschnittswert ermitteln.