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Fakten vs. Kickl: Warum wir reden müssen!

Warum die Gesellschaft ihre Diskurskultur überdenken muss, um Populismus entgegenzuwirken.

Die FPÖ wurde von 1,4 Mio. Menschen gewählt, was 28,8 % der Stimmen, 22 % der Wahlberechtigten und 15 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Diese Gruppe ist sicherlich nicht homogen, jedenfalls aber ist sie in der Minderheit. Dass sie dennoch den Bundeskanzler stellen könnte, liegt auch an der Unfähigkeit der anderen Parteien, sich zu einigen – aber nicht nur! Klar ist nämlich auch: 1,4 Mio. Menschen sind zu viele, um sie einfach als Spinner abzutun und zu vergessen .

Diskussionen sind nicht immer einfach aber unabdingbar für eine aufgeklärte Gesellschaft. ChatGPT/Honoré Daumier/I. Lantschner

Wer wählt die FPÖ? Persönlich kenne ich fast niemanden, der sich offen zu ihr bekennt. Es gibt jedoch eine etwas größere Gruppe in meinem Umfeld, die ähnlich schwer nachvollziehbare Ansichten vertritt, auch wenn sie nach eigenen Angaben die FPÖ nicht wählen. Ein Erklärungsansatz ist, dass in der Vergangenheit Toleranz mit Wurstigkeit verwechselt wurde. Behauptete Person A, es regne, und Person B, die Sonne scheine, schauten beide nicht aus dem Fenster, sondern einigten sich darauf, dass ein jedes glauben solle, was es will. Das ist bequem und lässt sich auch als »Toleranz« verkaufen. Doch diese Diskursfaulheit wurde spätestens während der Pandemie zum Problem, als es plötzlich entscheidend war, was Faktum → Was sind Fakten? ist und was nur ein liebevoll gepflegtes Vorurteil.

Die Lösung wird also sein, sich wieder vermehrt mit Fakten auseinander zu setzen. Ausgehandelt und breit anerkannt sind Fakten eine ausgezeichnete Basis für gesellschaftspolitische Entscheidungen – für eine aufgeklärte Gesellschaft sind sie im übrigen unverzichtbar. Alles andere wäre ein Rückfall in eine religiös fundiertes Gesellschaftssystem – in dem an Ende selbst der Glauben vorgeschrieben wird.

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