Varia

... von Ihrem Expertich für eigentlich eh fast alles.


Richtigstellungen Sommer 2022

Eine fehlerhafte U-Bahnstudie und eine Fake-News URL justament in der Anleitung zum Faktencheck.

Die folgenden Artikel wurden heute aktualisiert:

  • Die U-Bahn - „Wiens größtes Klimaprojekt“? – die indirekt zitierte „Berliner Studie“ hat sich als grob mangelhaft herausgestellt. Mario Sedlak hat es nachgerechnet und die Autoren informiert. Diese hielten es für nicht nötig, ihre Studie richtig gestellt nochmals zu veröffentlichen. Seitdem verbreiten sich diese Zahlen und fanden so auch in den Kommentar von Josef Urschitz in der Tageszeitung Die Presse, welcher wiederum von mir hier zitiert wurde.
  • Die Tricks mit den Studien – die Seite „www.citefactor.org“, welche wir zur zur Überprüfung des Impact-Factors wissenschaftlicher Journale empfohlen hatten, ist höchst umstritten Jalalian M. The story of fake impact factor companies and how we detected them. Electron Physician. 2015 Jun 5;7(2):1069-72. doi: 10.14661/2015.1069-1072. PMID: 26120416; PMCID: PMC4477767. . Wir haben sie daher durch eine andere ersetzt. Entdeckt haben wir das übrigens, weil das Monitoring für „broken links“ Werbung in eigener Sache ☝️ →CheckSite Simple die Seite immer wieder als verschwunden gemeldet hatte, was wohl den zwielichtigen Machenschaften der Betreiber geschuldet war.

Schlussfolgerungen

Vor allem die „Berliner Studie“ zeigt, wie schwer es ist, einen einmal in Umlauf gebrachten Blödsinn wieder einzufangen. Erschreckend auch, wie wenig Interesse die Ersteller solcher „Studien“ aber auch Qualitätsmedien an einer Richtigstellung zeigen. Der Artikel in der Presse ist auch heute noch unverändert und ohne Hinweis abrufbar.

Um so wichtiger wäre den Unterschied zwischen streng wissenschaftlich erstellten Studien, wie jenen, die zur Zulassung von Impfstoffen gemacht werden und anderen, quasi im Alleingang von rührigen „Experten“ erstellten Dokumenten herauszustreichen und anzuerkennen. Ein Peer-Review Prozess, wie er bei ersteren unabdingbar ist, würde einen solch simplen Rechenfehler, wie er den Erstellern der „Berliner Studie“ unterlaufen ist, schon einmal verunmöglichen.

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